Chronik der TSV Sachsenhausen 1857 

1857

Nachdem der Turnverein Sachsenhausen (TVS 1857) inoffiziell bereits seit einem Jahr besteht, wird der Verein in diesem Jahr offiziell gegründet.

 

1866

Die einschneidenden politischen Veränderungen - das Ende des Deutschen Bundes, das Ausscheiden Österreichs aus Deutschland, die Eingliederung der Stadt Frankfurt am Main in Preußen - blieben auch nicht ohne Einfluss auf den Turnverein Sachsenhausen. Der Turnplatz an der Ostendstraße und seine Räumlichkeiten dienen den Preußen und ihren Pferden als Unterkunft. Aber trotzdem, oder gerade deshalb, beginnen drei Frankfurter Turnvereine den Bau einer gemeinsamen Turnhalle in der Ostendstraße, die am 27. Oktober 1867 eingeweiht wird.

 

1873

Am 23. Juni 1873 entsteht mit der Turngesellschaft Sachsenhausen (TGS 1873) ein weiterer Turnverein im Stadtteil Sachsenhausen. Beide Vereine pflegen freundschaftliche Beziehungen, was durch das jährliche, gemeinsam veranstaltete Waldfest bewiesen wird.

 

1875

Beide Sachsenhäuser Vereine gehören zu den sechs Gründern des Turngau Frankfurt am 2. Juni 1875

 

1891 - 1893

Die Entwicklung beider Sachsenhäuser Turnvereine, die nach dem zweiten Weltkrieg als Turn- und Sportvereinigung Sachsenhausen 1857 ein Verein werden, verläuft konsequent positiv. 1891 kauft die Turngesellschaft Sachsenhausen in der Veitstraße 7 - der heutigen Walter-Kolb-Straße 19 - zwei Grundstücke für den Bau einer Turnhalle. 1893 kauft auch der Turnverein Sachsenhausen ein Grundstück in der Offenbacher Landstraße. Dazu sind aber Voraussetzungen erforderlich, über die beide Vereine nicht verfügen. Grunderwerb ist nur Vereinen erlaubt, die als "juristische Person" anerkannt sind, denn der Begriff des "eingetragenen Vereins" wird erst durch das BGB (seit 1.1.1900) eingeführt.

So erhalten beide Vereine 1892 bzw. 1893 von Kaiser Wilhelm II. durch "Allerhöchste Cabinetsrechte" die Rechte einer sogenannten "juristischen Person" verliehen. Daher ist unser Verein nicht in das Vereinsregister eingetragen, besitzt aber als "juristische Person" den Status eines eingetragenen Vereins. Am 11. September 1892 wird schließlich die Turnhalle in der heutigen Walter-Kolb-Straße 19 und am 26. Juli 1896 wird die Turnhalle in der Offenbacher Landstraße 29 eingeweiht.

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen um die Jahrhundertwende machen auch vor dem Sport nicht halt. Wettkampfarten mit ersten Tendenzen zum Schausport drängten die Turnvereine dazu, auch Turnspiele und volkstümliche Sportarten wie Leichtathletik aufzugreifen und in das Programm aufzunehmen. Den dazu erforderlichen Sportplatz kann der TVS am Letzten Hasenpfad pachten. Schon 1908 wird ein erster Umbau der Turnhalle erforderlich.

 

1914 - 1918

Während des Weltkriegs von 1914-1918 ist es notwendig, beide Turnhallen als Lazarette einzurichten. 1924 ermöglicht ein prominenter Frankfurter Bürger, Herr Arthur von Weinberg, der TGS den Bau eines eigenen Sportplatzes an der Mörfelder Landstraße.

Mit dem Aufgehen der alten Deutschen Turnerschaft im Reichsbund für Leibesübungen 1936 werden auch die Turnvereine gleichgeschaltet. Trotzdem gelingt es dem TVS bis 1945, das Turnen ohne Unterbrechung fortzusetzen. Die Turnhalle in der Offenbacher Landstraße wird ein Krankenhaus und 1944 durch einen Bombenangriff zerstört.

 

1945

Nach 1945 verfügt nur die TGS über eine zwar leicht beschädigte, aber funktionsfähige Turnhalle in der Veitstraße 7. Allerdings kann hier nicht geturnt werden.

Opernhaus und Schauspielhaus sind zerstört und es bietet sich als einziger Raum, der Theaterspielen zulässt, unsere Turnhalle an. So ist vom 15. Juni 1946 bis 30. Dezember 1951 das Schauspiel der städtischen Bühnen zu Gast. Die Turner müssen in die kleine Turnhalle der Freiherr-vom-Stein-Schule ausweichen. Am 6. Juli 1946 vereinigen sich Turngesellschaft Sachsenhausen und Turnverein Sachsenhausen zur Turn- und Sportvereinigung Sachsenhausen 1857

 

1957

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums 1957 erfolgt durch die Stadt Frankfurt der 1. Spatenstich für den Sportplatz an der Darmstädter/Babenhäuser Landstraße, wo heute noch die Hockeyabteilung ihre Feldspiele austrägt. Durch das lange Jahre in unserer Turnhalle untergebrachte Theater verfügt der Verein über eine Bühne, durch die allerdings ein Teil der Fläche für den Sport verloren geht.

 

1968 - 1980

Erst 1968 entfernen die Vorstandsmitglieder mit großem persönlichen Einsatz die Bühne und 1971 kann schließlich auch der Boden wiederhergestellt werden. In den Jahren 1972 bis 1980 gelingt es nach und nach, das Innere der Turnhalle zu restaurieren, zu renovieren und zu sanieren.

 

1997 - 1999

Mit dem Umbau zwischen 1997 und 1999 erstrahlt die Halle in neuem Glanz.

 

2002

Im Sommer 2002 wird das Vordach über den Haupteingang gesetzt und damit sind die Renovierungen abgeschlossen.

 

2007

Die Feierlichkeiten anläßlich des 150-jährigen Bestehens der TSV beginnen im März mit dem offiziellen Festakt in der Vereinshalle. Es werden zahlreiche Mitglieder für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet. Im Sommer folgen das Beachvolleyballturnier und das Feldhockeyturnier. Im September gibt es eine Schiffrundfahrt auf dem Main mit großer Gala. Für die Kinder wird das Spiel- und Turnwochenende mit dem Spielebus der Hessischen Turnjugend veranstaltet.

 

2009

Die Mitgliederzahl steigt fortwährend an und so wird zu Beginn des Jahres die bisher höchste Mitgliederzahl von 1.446 Personen verzeichnet. Die Hockeyabteilung feiert in diesem Jahr ihr 90-jähriges Bestehen mit ihrem alljährlichen Sommerfest.

Die Volleyballer erreichen den Titel Hessenmeister im Breiten- und Freizeitsport.